Dieser Feiertag hat mit dem bisherigen Buß- und Bettag (evangelischer
Feiertag) wenig zu tun; denn der neue BUß- und GEBETSTAG für alle
Konfessionen und alle Bürger des Landes – knüpft dem Grunde nach zwar an
den “alten” Buß- und Bettag an, hat aber durch die Verflechtung
zwischen Volks- und Kirchengeschichte sowie die Verknüpfung mit dem
geschichtsträchtigen 9. November einen ethisch-religiösen und
unmittelbar staatspolitischen Bezug zu den Wurzeln und Werten unserer
Demokratie, die schließlich in den allgemeinen Menschenrechten zum
Ausdruck kommen. Deshalb ist dieser Feiertag nicht mehr nur Ländersache
sondern hat eine gesamt-gesellschaftliche Dimension.

Das Anliegen eines konfessionsübergreifenden gemeinsamen Buß- und
Gebetstages hat durchaus auch in politischen Kreisen Echo ausgelöst.

Hier nun der Petitionstext:


PETITION

zur Einführung eines nationalen Buß- und Gebetstages

am 9. November jeden Jahres als staatlicher Feiertag

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass ein nationaler Feiertag
am 9. November jeden Jahres mit der Bezeichnung “Buß- und Gebetstag”
(früher: Buß- und Bettag) beginnend im Jahre 2008 eingeführt wird.

Begründung:

1. Aus der Geschichte lernen

Wir glauben, dass die faktische Abschaffung des Buß- und Bettages als
gesetzlicher Feiertag durch den “Erlass des Führers und Reichskanzlers”
im Jahre 1939 (Verlegung auf einen Sonntag) ebenso falsch war wie – aus
heutiger Sicht – die Abschaffung im Jahre 1994 zur “Rettung der
Pflegeversicherung”.

In beiden Fällen hat die Abschaffung dieses Feiertages Deutschland
keinen Segen gebracht. Deshalb wollen wir dem deutschen Volk mit Hilfe
eines neuen “Buß- und Gebetstages” einen wichtigen Wert bewusst machen,
der in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren leider stark
verkümmert ist: Nämlich die Buße, welche die Notwendigkeit einer Umkehr
von eigenen Fehlern und ein sich Abkehren von Missständen ins
Bewusstsein rufen soll – sowohl in persönlicher als auch
gesellschaftlicher Hinsicht. Eine Umkehr von negativen und kriminellen
Strömungen in Deutschland wird großen Segen in sämtlichen Bereichen
unseres Landes (sozial, wirtschaftlich und politisch) freisetzen. Buße
ist ein wichtiges Fundament in der Bibel, deren Werte die Kultur
Deutschlands bestimmen sollten. Wir Deutschen dürfen unsere Herkunft als
ein christliches Land nicht vergessen, denn in der Präambel unseres
Grundgesetzes haben wir uns dem Gott der Bibel “als ihm gegenüber
verantwortlich” verpflichtet.

Eine Aufrechterhaltung des Gottesbezuges und der christlichen
Herkunft sind wir sowohl den Widerstandskämpfern gegen das
Nazi-Deutschland als auch den Vätern des Grundgesetzes schuldig und erst
recht unserem christlichen Erbe als dem “Land der Reformation”,
verbunden mit Namen von Persönlichkeiten wie Martin Luther oder Johann
Sebastian Bach, die die Welt in einzigartiger Weise beschenkt und
bereichert haben.

2. Stärkung der Volks-Solidarität

Über Buße und Gebet wird auch Verantwortung füreinander und für das
Staatswesen lebendig. Die aus der Verantwortung geborene Solidarität
gehört ebenso wie die Freiheit zu den Grundwerten und -pfeilern unserer
Demokratie. Deshalb halten wir es in Zukunft für nicht vertretbar, dass
dieser Feiertag abgeschafft bleibt. Wir halten dem entgegen, dass gerade
durch einen solchen “neuen” Buß- und Gebetstag” – getragen von allen
Kirchen und demokratischen Kräften der Gesellschaft – nicht nur die
christlichen Werte und das “Gewissen des Volkes” gestärkt werden,
sondern auch das Gemeinschaftsbewusstsein gefördert wird und sich daraus
wiederum Solidarität und neues Demokratieverständnis entwickeln kann.
Dieser Tag ist auch für die Kirchen und christlichen Gemeinschaften
bestens geeignet, die gemeinsame Werteordnung auf den Prinzipien der
Bibel zu überdenken, mit Leben zu erfüllen und weiter zu entwickeln.

3. Geschichtliche Erinnerung wach halten

Wir halten den 9. November aufgrund von zwei geschichtlich
bedeutsamen Ereignissen für den am besten geeigneten Tag, um dem neuen
“Buß- und Gebetstag” einen würdevollen Rahmen zu geben:

a. Erinnerung an die Reichspogromnacht

als Mahnung an den 9. November 1938, weil mit der Reichspogromnacht
vor 70 Jahren die Erinnerung an ein unseliges Kapitel der Vergangenheit
wachgehalten werden muss. Wir wollen, dass sich ausländische,
insbesondere jüdische Mitbürger in Deutschland wohl und sicher fühlen
können. Es darf nie wieder zu solchen menschenverachtenden Exzessen
kommen, die von Deutschland ausgehen. Deshalb bietet der 9. November für
das Deutsche Volk Anlass und Gelegenheit, der Buße für erlittenes und
begangenes Unrecht Raum und einen angemessenen Rahmen zu geben.

b. Erinnerung an den Mauerfall

Zugleich erinnern wir mit einem nationalen Buß- und Gebetstag am 9.
November an den Tag des Mauerfalls, an dem die Grundlage der
Wiedervereinigung Deutschlands gelegt wurde. Wir wollen deshalb diesen
Tag als ein außerordentliches Geschenk Gottes feiern, das dem deutschen
Volk 50 Jahre nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges als das “Wunder von
Berlin” in unverdienter Weise zugefallen ist und schließlich als das
“Wunder in Deutschland” Weltgeschichte geschrieben hat. Wir sind
überzeugt, dass die Gebete der Menschen – ausgehend von Leipzig und
später ganz Deutschland – eine einzigartige Gebetserhörung für die
Menschen in Ost und West waren. Ein nationaler Feiertag an diesem Tag
ist unabdingbar, damit bei zukünftigen Generationen die Erinnerung an
dieses wichtige Ereignis wachgehalten wird.

Mit der Rückbesinnung auf diesen Tag soll die einzigartige und
friedlichste Revolution in der deutschen Geschichte gewürdigt werden,
bei der kein Schuss gefallen ist und kein Blut vergossen wurde.

4. Vision der “VÖLKERVERSÖHNUNG”

Wir wollen den für alle Bürger des Landes neu implementierten Buß-
und Gebetstag mit Leben erfüllt sehen, indem landauf landab gemeinsame,
konfessionsübergreifende Gottesdienste gefeiert, an kulturellen und
historischen Stätten Gedenkfeiern organisiert und Besuche der
Holocaust-Gedenkstätten bewusst und verstärkt wahrgenommen werden.

Wir wünschen uns, dass die staatlichen Organe, allen voran der
Bundespräsident, sich zu diesem “einzigartigen” Tag der deutschen
Geschichte bekennen und Kirchen sich freundschaftlich und
konfessionsübergreifend begegnen können, weil der Staat ihnen dazu die
Plattform eingerichtet hat. Deshalb muss dieser Tag von der Regierung
gestiftet und allen Menschen zugänglich gemacht werden, ähnlich wie in
der Schweiz.

Wir haben als deutsches Volk sehr lange und sehr intensiv an der Last
der Vergangenheit getragen. Das ist in keinem anderen Volk so intensiv
geschehen wie gerade in Deutschland. Damit hat Deutschland ein Zeichen
für andere Völker gesetzt, sich der Vergangenheit zu stellen. Es wäre
aber falsch, in diesem gedemütigten Zustand der Depression zu verharren.

Da gemäß der Bibel auf Buße die Vergebung folgt, wünschen wir uns,
dass der neue Buß- und Gebetstag ein FEIER-Tag wird, an dem Versöhnung
gefeiert wird. Dies könnte durch kulturelle Veranstaltungen, zu denen
ausländische Künstler und Musiker (u.a. auch aus Israel) nach
Deutschland eingeladen werden, unterstützt werden.

Eine weitere Idee wäre, diesen Tag mit einem Segenslied zu bereichern
(z.B. “Herr, segne Deutschland” – siehe www.segen-fuer-deutschland.de),
welches in der Frauenkirche zu Dresden gesungen und gespielt wird.
Außerdem schlagen wir vor, die Deutschlandfahne auf “Vollmast” zu
setzen, um der Ernsthaftigkeit und geschichtlichen Bedeutung dieses
Feiertages Ausdruck zu verleihen.

All die oben genannten Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass dieser
Feiertag wirklich mit Leben gefüllt wird und nicht, wie in der
Vergangenheit geschehen, von vielen lediglich als zusätzlicher
Urlaubstag angesehen wird. Der neue Buß- und Gebetstag soll einen
wichtigen Zweck für unser Land erfüllen. Er soll schließlich zum
Ausdruck bringen: Wir haben Grund zum Feiern, weil nur durch Vergebung
echte Versöhnung entstehen kann, die letztendlich zu wahrer
Völkerverständigung führt. Diese Vision wollen wir mit den Völkern
Europas teilen.

Schlüchtern, 17. Juni 2008

Die Verfasser: Birgit Blank, Anne Hoffmann, Herbert Jacobi


(Ende der Petition – veröffentlicht unter: www.segen-fuer-deutschland.de)

Hier stellen wir für Sie die Petition sowie die Unterschriftenliste
zum Download zur Verfügung und bitten Sie, die Liste bis spätestens

31.12. 2008

an folgende Adresse zu schicken:

CHRISTEN FÜR DEUTSCHLAND

Weinbergstr. 44

36381 Schlüchtern

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und hier noch der Buß- und Bettag, wie die Schweiz ihn feiert

weitere Infos zum historischen Buß- und Bettag

 

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